Der Gartenverein Mexiko - Alte Donau

 

Bild Blick auf die Untere Alte Donau nach Norden mit Gänsehäufel und Siedlung-Mexiko-Westende

 

Der Gartenverein "Mexiko - Alte Donau" (bis 2006 Gartenverein Mexiko - Budischowsky-Gruppe, ZVR. 185046333) liegt an der Unteren Alten Donau, an dem, dem Gänsehäufel gegenüberliegenden Ufer der Alten Donau, in der Katastralgemeinde Stadlau. Zu ihm gehören die Gärten an den Wegen C, G, 11 und 12.

 

Der Gartenverein "Mexiko - Alte Donau" gehört zur sogenannten "Siedlung Mexiko" - = Kleingarten-Kolonie Mexiko als ursprünglicher Zentralverband -, die sich vom Lagerwiesenweg im Norden bis zur  Langen Allee im Süden und von der Industriestraße im Osten bis zur Promenade an der Unteren Alten Donau im Westen erstreckt.

Größerer Plan Kleingarten-Kolonie Mexiko aus 1955

 

Neben der Budischowsky-Gruppe - jetzt Gartenverein "Mexiko - Alte Donau" - gehörten der Kleingarten-Kolonie Mexiko als Zentralverband noch die Gemeinde-Gruppe, die Schnabl-Gruppe und die Bauer-Gruppe als Untergruppen an. Die Grundflächen der Budischowsky-Gruppe waren Betriebsgründe der im mährischen Trebic beheimateten Ledermanufaktur Carl Budischowsky & Söhne, die auch in der Donaustraße in Wien eine Dependance hatte und ob ihrer hohen Qualität mit der Bronzemedaile bei der Industrieausstellung 1845 ausgezeichnet wurde.

 

Doch wie entstand der Gartenverein "Mexiko - Alte Donau" eigentlich?

 

Aus der Vereinsgeschichte

 

Der Erste Weltkrieg ließ eine Bewegung entstehen, die nach ihrem Initiator, Dr. Schreber, benannt wurde; einen "Schrebergarten" oder, wie man es auch verschämt nannte, einen "Notstandsgarten" zu besitzen, war das erstrebenswerte Ziel vieler Erholungs-, Natur- oder auch sonst Hungrigen. Man baute Erdäpfel und sein eigenes Gemüse an und man hielt sogar Nutztiere, wie Hasen, Hühner, Ziegen oder sogar Schweine.

Oftmals wurde daraus auch ein Dauerheim. Man hatte sich in den Boden verbissen und der Boden dankte es mit reicher Ernte.

 

Die Schrebergartenbewegung war den Behörden davon gelaufen; es waren zu viele Kleingärtner, um sie zu negieren, und so machte man aus der Not eine Tugend und begann sie zu legalisieren.

 

Unsere Gründungsmitglieder waren Kampfnaturen. Die "Dachlerau" - der alte Flurname unseres Gebietes - war abgeholzt und mit tiefen Schottergruben durchsetzt. Die Ersten siedelten auf den verbliebenen höheren Stellen. Für die Kommenden musste Material - wo man es bekam - herangeschafft werden; was kam da alles? Schotter, Erde Sand, Abbruchmaterial - reich mit Ziegeln durchsetzt, Industrieabfälle usw. Alles wurde verwertet.

 

Als vielleicht erste Pioniere legten auf der Budischowsky-Gruppe (vorläufer des Gartenvereines "Mexiko - Alte Donau) Frau Amalia Lang und Herr Josef Burgstaller, und auf der Bauer-Gruppe Herr Ott einen Schrebergarten an.

 

Am 13. Mai 1922 tritt die Kleingartensiedlung Sektion Lettenhaufen aus dem Verein Kaisermühlen aus und statuiert sich als „Schrebergartenverein Kagran-Privat”, dem die Gärten des heutigen Vereines MEXIKO als "Sektion Rehlacke" angehören. Dieser Tag kann daher als Gründungstag von MEXIKO gelten. Der Verein hatte damals 20 Mitglieder, hievon 12 auf Schnablgrund und 8 auf Gemeindegrund. Noch im Mai 1922 schließt der Verein mit der Gemeinde Wien einen Pachtvertrag über 56.000 m² und mit der Firma Schnabl über 32.000 m², mit der Bewilligung, auf letzteren Gründen Kleingärten anzulegen und Kleintierzucht zu betreiben, ab.

 

1924 teilt der Magistrat der Stadt Wien mit, daß von den gepachteten 56.000 m² nur 18.000 für Anlage von Kleingärten gewidmet werden. Der Rest verbleibt als Ziegenweide.

 

1930 betrug der Mitgliederstand der Kleingarten-Kolonie Mexiko bereits 72, und zwar 23 auf Gemeindegrund, 17 auf Schnablgrund, 29 auf Budischowskygrund sowie 3 ohne Garten. Doch der Verein wurde bis dahin noch immer nicht amtlich zur Kenntnis genommen und dessen Funktionäre bei Vorsprachen in den Ämtern gerne als "wilde aus Mexiko" bezeichnet. Deshalb setzte man viel Energie daran, die Aufschließung der Gründe zu erreichen.

 

1931 gelang die Aufschließung der Budischowsky-Gruppe, die dabei eine Erweiterung um 9 Parzellen erfuhr und somit 38 Parzellen umfasste.

 

1933 gelang die Aufschließung der Gemeinde-Gruppe, die auf 100 Parzellen anwuchs und 1935 erreichte man auch die Aufschließung der Schnabl-Gruppe.

 

Auf der Schnabl- und der Budischowsky-Gruppe wurden bereits Grundkäufe getätigt, die sich fortsetzten, so daß bis heute praktisch alle deren Mitglieder Eigentümer des Grundes sind.

 

1953 legte sich die Kleingarten-Kolonie Mexiko sogar eine eigene Vereinsfahne bei, in der die Österreichische und die Mexikanische Fahne vereinigt wurden.

 

Ebenfalls im Jahr 1953 kam auch der Mexikanische Gesandte mit Gattin, Tochter und Sekretär auf Besuch und trug sich in das Vereinsehrenbuch ein. In dieser Eintragung stellte er ausdrücklich fest, dass Mexiko der einzige Staat war, der die Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich nicht anerkannte.

 

Mit Wirkung vom 27. November 1996 wurde der Zentralverein Kleingartenkolonie Mexiko aufgelöst, nachdem die vier Untergruppen - Gemeinde-, Budischowsky-, Schnabl- und Bauer-Gruppe - bereits seit dem Jahr 1995 begonnen haben, selbstständige Vereine zu gründen.

 

Am 20. Oktober 1995 konstituierte sich der Gartenverein "Mexiko - Budischofsky-Gruppe" unter Obmann Franz Eier zu einem eigenständigen Verein, der sich im Jahr 2006 zum Gartenverein "Mexiko - Alte Donau" umbenannte und aktuell 56 Gartenparzellen bzw. 53 Vereinsmitglieder an den Wegen C, G, 11 und 12 umfasst.

 

Die im Jahr 1992 durch undichte Senkgruben der Siedler, Baumaßnahmen etc. ausgelöste Blaualgenepidemie, die die Wasserqualität der Alten Donau spürbar verschlechterte, machte eine rasche Rettungsaktion notwendig, die sich auch auf den damaligen Kleingartenverein "Mexiko - Budischofsky-Gruppe" nachhaltig auswirken sollte. Im Jahr 1995 wurde nämlich durch die Errichtung einer Winterwasserleitung und im Jahr 1996 durch die Einleitung einer Kanalisation - Anschluss an den Sammelkanal der Stadt Wien durch Stichkanäle von Kanalgemeinschaften der Wege C, 11 und 12 bzw. durch Einzelanschlüsse - die Parzellen massiv aufgewertet und die ehemaligen Kleingartenwidmungen (EKl-W) in Gartensiedlungswidmungen (GS) mit ganzjähriger Nutzung umgewidmet. Seitdem hat sich eine rege Bautätigkeit entwickelt und immer mehr Grundeigentümer siedelten sich hier ganzjährig an, um in einem der schönsten Grüngebiete der Stadt Wien wohnen zu können.

 

Bild Blick auf die Untere Alte Donau von Norden nach Süden

 

Im Jahr 2000 wurde dann der Schranken am Ing. Sarek-Weg geschaffen, an dessen Entstehungskosten sich der Gartenverein "Mexiko - Budischowsky-Gruppe" mit 37,8% beteiligte. Seitdem ist die Zufahrt durch diesen Schranken auch ohne Zufahrtsgenehmigung den Mitgliedern von "Mexiko - Alte Donau" gestattet. Schrankenschlüssel können beim Vereinsobmann käuflich erworben werden. Daneben ist aber auch die Zufahrt über den Lagerwiesenweg den Mitgliedern gestattet.

 

Die Zwecke des Gartenvereines "Mexiko - Alte Donau"

 

Der Verein widmet sich insbesondere folgenden Zwecken:

 

 

Der Verein versucht diese Vereinszwecke mit folgenden ideellen Mitteln zu verwirklichen:

 

 

Als Vereinsmitglied kann man sich also mit Anliegen im Sinne dieser Vereinszwecke an den Vereinsvorstand wenden.

 

 

ordentliche Generalversammlung des Gartenvereins Mexiko - Alte Donau

 

Nach dem Vereinsstatut finden alle vier Jahre ordentliche Generalversammlungen des Gartenvereines statt. Die letzte ordentliche Generalversammlung des Gartenvereines "Mexiko - Alte Donau" fand am 18. Mai 2006 statt. Anlässlich der Statutenänderung des Gartenvereines wurde am 22. Juni 2006 neuerlich eine Mitgliederversammlung abgehalten.

 

Eine außerordentliche Generalversammlung wurde am Samstag, den 23. Mai 2009 ab 17:00 Uhr im Bierwirtshaus Sternberg, Industriestraße 65, 1220 Wien, Tel. 203 33 95, abgehalten.

Mitgliederversammlung des Gartenvereins Mexiko - Alte Donau

 

Sollte es aufgrund anstehender wichtiger Themen erforderlich sein, kann eine Mitgliederversammlung des Gartenvereines "Mexiko - Alte Donau" auf schriftlichen Antrag an den Vereinsvorstand anberaumt werden. Die letzte derartige Mitgliederversammlung fand im Juni 2006 wegen der Namensänderung des Gartenvereines statt.

 

Materialien des Gartenvereines "Mexiko - Alte Donau"

 

 

Wissenswertes

 

 

Zurück zur Startseite von "Mexiko - Alte Donau"

 

webmaster: Michael Krispl